Tabiin

Gefährtennachfolger, die Nachfolger der Prophetengefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein.

(Direkter Kontakt mit dem Propheten)

Der erste der Imame der vier Rechtsschulen ist Imâm al-Aʿzam Abû Hanîfa Nuʿmân ibn Thâbit, möge Allah mit ihm barmherzig sein. Er wurde im Jahre 80 n. H. [699 n. Chr.] geboren und verstarb im Jahre 150 n. H. [767 n. Chr.] in Bagdad. Er ist das Oberhaupt der hanefitischen Rechtsschule.

Die Osmanen, die Muslime Indiens, Sibiriens und Turkestans sind Anhänger der hanefitischen Rechtsschule und verrichten ihre Ibâdât nach dieser Rechtsschule.

In einem ehrwürdigen Hadith heißt es: „Abû Hanîfa ist das Licht meiner Gemeinschaft.“

Dass er viel Ibâda verrichtete, seine Achtsamkeit (Wara’), seine Enthaltsamkeit (Zuhd), seine Großzügigkeit, sein scharfer Verstand und sein feines Denken sind sehr bekannt.

Imâm Schâfi’î, möge Allah mit ihm barmherzig sein, sagte:

„Die Quelle des Fiqh-Wissens sind Abû Hanîfa und seine Schüler. Wer sich Fiqh-Wissen aneignen möchte, soll zu Abû Hanîfa und seinen Schülern gehen.“

Als Imâm Mâlik gefragt wurde, ob er Abû Hanîfa getroffen habe, sagte er:

„Ja, ich sah ihn in einer Verfassung, dass wenn er behaupten würde, dieser Pfeiler sei aus Gold, er es beweisen könnte und niemand ihm widersprechen könnte.“

Die Menschen befanden sich in einem Schlummer bezüglich des Fiqh-Wissens, und Abû Hanîfa erweckte sie.

Einst fragte Abû Dschaʿfar al-Mansûr ihn: „Woher hast du dir das Wissen angeeignet?“ Der Imam antwortete: „Von den Schülern von ʿUmar ibn al-Khattâb.“

Seine Frömmigkeit

Imâm Abû Hanîfa pflegte jede Nacht Gebete zu verrichten. Einmal hörte er im Traum die Worte:

„O Abû Hanîfa! Dein Dienst an Mir ist ein reiner. Aufgrund deiner Aufrichtigkeit und Kenntnis habe Ich dir und allen, die dir bis zum Letzten Tag folgen, vergeben.“

Sein edler Charakter und seine reinen Eigenschaften findet man nur bei den Awliyâ und den Mudschtahid-Imamen.

Zu seinen berühmten Schülern zählen unter anderem:

  • Abdullah ibn Mubârak
  • Imâm Mâlik
  • Abû Yûsuf
  • Muhammad Schaybânî
  • Imâm Zufar

Verbreitung seiner Rechtsschule

Nachdem er im Traum den Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, gesehen hatte, der ihn anwies, seine Rechtsschule zu verbreiten, begann er Fatwas zu geben. Seine Rechtsschule verbreitete sich in allen Gegenden.

Viele Gelehrte schrieben über die Prinzipien (Usûl) und Zweige (Furû’) seiner Rechtsschule.

Stellungnahme von Abdulwahhâb asch-Scha’rânî

Abdulwahhâb asch-Scha’rânî schrieb:

„Ich untersuchte die Idschtihade von Imâm Abû Hanîfa gründlich und sah, dass jeder auf einem Vers des edlen Korans, einem Hadith oder einer Überlieferung eines Gefährten beruhte.“

Er erklärte weiter, dass große Mudschtahids wie Imâm Mâlik, Imâm Ahmad und Imâm Schâfi’î ihn sehr gelobt haben.

Er sagte außerdem sinngemäß:

„So wie es harâm ist, dass ein Bauer einen Herrscher ohne Beweis kritisiert, so ist es auch harâm, dass Nachahmer ohne klare Beweise den Idschtihad des Imams kritisieren.“

Seine Methode im Fiqh

Als einige Gelehrte ihn wegen Analogieschluss (Qiyâs) kritisierten, erklärte er:

„Zuerst schaue ich in den edlen Koran. Finde ich dort nichts, schaue ich in die Hadithe. Finde ich auch dort nichts, prüfe ich den Konsens (Idschmâ) der Gefährten. Erst wenn ich dort nichts finde, wende ich Qiyâs an.“

Daraufhin erkannten die Gelehrten seinen Rang an.

Ermahnung

Hüte dich davor, schlecht über Imâm Abû Hanîfa oder die Fiqh-Gelehrten seiner Rechtsschule zu sprechen. Wer seine Beweise untersucht, erkennt, dass alle vier Rechtsschulen rechtmäßig sind.

Die vier Rechtsschulen nehmen ihr Fiqh-Wissen aus derselben Quelle. Es gibt in ihnen kein Urteil außerhalb des Islam.

Abschluss

Abû Sa’d Muhammad al-Hârazmî ließ im Jahre 494 n. H. ein Mausoleum über seinem Grab errichten und daneben eine Medresse bauen.

Allah, der Erhabene, machte die Imame zu Führern, die den Menschen den Weg zur Glückseligkeit zeigen. Sie sind eine große Gnade Allahs an die Menschen und Vorreiter auf dem Weg ins Paradies.

Tabiat-Tabiin

Die Nachfolger der Gefährtennachfolger, möge Allah mit ihnen barmherzig sein.

(Direkter Kontakt mit den Gefährtennachfolger aber nicht mit dem Propheten)

Imâm Mâlik wurde 90 n. H. [708 n. Chr.] in Medina geboren und verstarb dort 179 n. H. [795 n. Chr.], möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Er sagte, dass er nicht damit begann, Fatwas zu geben, bevor nicht 70 Imame seine Fähigkeit dazu bescheinigten. Er sagte ebenfalls, dass es wenige unter seinen Lehrern gab, die ihn nicht um Fatwas baten.

Imâm Yâfi’î sagte, dass der Imam diese Worte nicht sprach, um sich zu loben, sondern, um über den Segen Allahs zu berichten.

In seiner Erklärung des „Muwattâ“ von Imâm Mâlik schreibt Zarqânî:

„Imâm Mâlik ist ein berühmter Imam einer Rechtsschule. Er ist der Höchste der Hohen. Sein Intellekt ist perfekt und seine Tugenden sind jedem klar. Er ist der Erbe der Hadithe des Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm. Er hat die Religion Allahs unter Seinen Dienern verbreitet. Er war in der Gesellschaft von 900 Gelehrten, von denen er profitierte. Er selbst schrieb 100 Tausend Hadithe nieder. Er begann mit 17 Jahren zu lehren. In seinem Lehrzirkel befanden sich mehr Anwesende als in den Zirkeln seiner Lehrer. Die Menschen scharten sich vor seiner Tür, um sich Wissen über Hadith und Fiqh anzueignen. Er musste jemanden einstellen, der an der Tür die Menschen empfing. Zuerst wurde seinen Schülern Erlaubnis gegeben und danach jedem anderem. Er ging nur alle drei Tage zur Toilette. Er sagte, dass er sich schäme, lange in der Toilette zu verweilen. Als er sein Buch ‚Muwattâ‘ beendete, zweifelte er an seiner Aufrichtigkeit. Er legte das Buch in ein Gefäß mit Wasser, mit dem Gedanken, dass wenn es nass wird, er dieses Buch nicht brauche. Doch es wurde an keiner Stelle nass.“

Abdurrahmân ibn Anas pflegte zu sagen:

„Es gibt heute niemanden, der in der Hadith-Wissenschaft zuverlässiger wäre als Mâlik. Ich habe niemanden gesehen, der intelligenter ist als er. Sufyân ath-Thawrî ist ein Imam in der Hadith-Wissenschaft, doch er ist kein Imam in der Wissenschaft der Sunna. Awzâ’î ist ein Imam in der Wissenschaft der Sunna, aber er ist kein Imam in der Hadith-Wissenschaft. Imâm Mâlik jedoch ist sowohl ein Imam in der Hadith-Wissenschaft als auch ein Imam in der Wissenschaft der Sunna.“

Yahyâ ibn Sa’îd pflegte zu sagen:

„Imâm Mâlik ist Allahs Argument für Seine Diener.“

Imâm Schâfi’î sagte:

„Wo Hadith studiert wird, ist Mâlik wie ein Stern am Himmel. Niemand glich Mâlik darin, wenn es um das Auswendiglernen, Verstehen und Bewahren von Wissen ging. Was das Wissen um Allah angeht, ist aus meiner Sicht niemand zuverlässiger als Mâlik. Imâm Mâlik ist mein Argument zwischen mir und Allah, dem Erhabenen. Wären Mâlik und Sufyân ibn Uyayna nicht gewesen, wäre im Hedschas kein Wissen geblieben.“

Abdullah ibn Ahmad ibn Hanbal fragte seinen Vater: „Wer ist der beste unter den Schülern von Zuhrî?“ Er antwortete: „Mâlik ist in jeder Wissenschaft der beste.“

Ibn Wahb sagte:

„Wären Mâlik und Layth nicht gewesen, wären wir alle irregegangen.“

Wenn Awzâ’î den Namen von Mâlik hörte, pflegte er zu sagen:

„Er ist der gelehrteste aller Gelehrten, der größte Gelehrte in Medina und der Mufti der Haramayn.“

Als Sufyân ibn Uyayna vom Tode Imâm Mâlik hörte, sagte er:

„Es gibt niemanden seinesgleichen mehr in dieser Welt. Er war der Imam dieser Welt. Er war der Gelehrte des Hedschas. Er war das Argument seiner Zeit. Er war die Sonne der muhammadânischen Gemeinschaft. Wir sollten alle auf seinem Weg schreiten.“

Ahmad ibn Hanbal sagte, dass Imâm Mâlik ranghöher war als Sufyân ath-Thawrî, Hammâd und Awzâ’î.

Sufyân ibn Uyayna sagte:

„Der ehrwürdige Hadith: ‚Die Menschen werden in der Not sein und niemanden Gelehrteren finden als den Gelehrten in Medina‘, ist die Ankündigung von Imâm Mâlik.“

Imâm Mâlik sagte:

„Ich sehe jede Nacht den Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm.“

Mus’ab sagte:

„Ich hörte meinen Vater erzählen: ‚Wir waren einst in der Prophetenmoschee, als ein Mann kam und fragte: „Wer von euch ist Abû Abdullah Mâlik?“ Da zeigten wir auf ihn. Der Mann ging zu ihm und grüßte ihn. Dann umarmte er ihn und küsste ihn auf die Stirn. Anschließend sagte er: „Ich sah im Traum den Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm. Er sagte: ‚Ruf Mâlik herbei!‘ Du kamst dann und zittertest am ganzen Körper. Er sagte: ‚Sei beruhigt, O Abâ Abdullah! Setz dich und mach deine Brust frei!‘ Als die Brust frei war, verbreiteten sich Wohldüfte in alle Richtungen.“‘ Imâm Mâlik weinte und sagte: „Die Bedeutung dieses Traumes ist Wissen.““

Möge Allah mit ihm barmherzig sein, heißt mit vollem Namen Muhammad ibn Idrîs ibn Abbâs ibn Uthmân ibn Schâfi’î. Sein Ahne in der achten Generation ist Hâschim ibn Muttalib ibn Abdi Manâf. Der gleichnamige Ahne des Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, ist der Onkel dieses Hâschim.

Sein Ahne in der fünften Generation, Sâib, befand sich bei der Schlacht von Badr auf Seiten der Feinde. Später wurde er gemeinsam mit seinem Sohn Schâfi’î Muslim. Daher stammt der Familienname „Schâfi’î“.

Seine Mutter stammt aus der Nachkommenschaft von Imâm Hasan, möge Allah mit ihm zufrieden sein, und ist damit eine Scharîfa.

Imâm Schâfi’î wurde 150 n. H. [767 n. Chr.] in Gaza geboren und verstarb im Jahre 204 n. H. [820 n. Chr.] in Ägypten, möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Als er zwei Jahre alt war, wurde er nach Mekka gebracht, wo er im Kindesalter den edlen Koran auswendig lernte. Im Alter von 10 Jahren lernte er das Werk „Muwattâ“ von Imâm Mâlik auswendig.

Im Alter von 15 Jahren begann er, Fatwas zu geben. Im selben Jahr ging er nach Medina und nahm dort Wissen und Licht von Imâm Mâlik.

Im Jahre 185 n. H. ging er nach Bagdad. Nach zwei Jahren Aufenthalt reiste er zur Hadsch nach Mekka, im Jahre 198 n. H. wieder nach Bagdad und im Jahre 199 n. H. nach Ägypten, wo er sich niederließ.

Viele Jahre nach seinem Tod wollte man sein Grab nach Bagdad verlegen. Als man begann, sein Grab freizulegen, verbreitete sich ein Duft von Moschus in die Umgebung und die Anwesenden wurden schier trunken von diesem Duft. Sodann ließen sie von ihrem Vorhaben ab.

Was Wissen, Taten, Weltabgewandtheit, Gotteskenntnis (Ma’rifa), Intelligenz, Auswendiglernen und Abstammung betrifft, war er den anderen Imamen seiner Zeit überlegen. Er war auch höher als manche der Früheren.

Seine Rechtsschule verbreitete sich in allen Gegenden. Die Haramayn [Mekka und Medina] und das Heilige Land nahmen gänzlich seine Rechtsschule an.

Der ehrwürdige Hadith lautet:

„Ein Gelehrter aus den Quraisch wird die Welt mit Wissen füllen.“

Dieser wurde in der Person von Imâm Schâfi’î manifest.

Abdullah ibn Ahmad ibn Hanbal bemerkte, dass sein Vater viele Bittgebete für Imâm Schâfi’î sprach, und fragte ihn nach dem Grund dafür. Imâm Ahmad antwortete:

„Mein Sohn! Der Platz von Imâm Schâfi’î unter den Menschen ist wie die Sonne am Himmel. Er ist eine Heilung für die Seelen.“

In der „Muwattâ“ waren ursprünglich 9500 Hadithe enthalten. Doch Imâm Mâlik kürzte diese, und seine Endversion enthält etwa 1700 Hadithe.

Man gab Imâm Schâfi’î den Titel „Nâsir as-Sunna“ (Helfer der Sunna).

Dass er in einem Zeitraum von vier Jahren eine neue Rechtsschule etablierte, ist ein wundersames Ereignis.

Es gibt mehr als 40 Bücher, in denen seine Biografie und seine hohen Eigenschaften erzählt werden.

Imâm Ahmad ibn Hanbal wurde im Jahre 164 n. H. [780 n. Chr.] in Bagdad geboren und verstarb dort im Jahre 241 n. H. [855 n. Chr.], möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Er war ein Imam in der Hadith- und Fiqh-Wissenschaft. Er war in den Feinheiten der Sunna bewandert. Er war bekannt für seine Weltabgewandtheit und seine religiöse Sorgfältigkeit.

Er reiste nach Kufa, Basra, Mekka, Medina, Jemen, Damaskus und Mesopotamien, um Hadithe zu sammeln.

Er lernte die Fiqh-Wissenschaft von Imâm Schâfi’î, und dieser wiederum übernahm Hadithe von ihm.

Ibrâhîm al-Harbî sagte: „Ich bin Ahmad ibn Hanbal begegnet. Allah, der Erhabene, hatte ihm alle Wissensarten gegeben.“

Qutayba ibn Sa’îd sagte: „Hätte Imâm Ahmad zu Zeiten von Thawrî, Awzâ’î, Mâlik und Layth gelebt, wäre er ihnen allen überlegen geworden.“

Er lernte eine Million Hadithe auswendig.

Einmal schrieb ihm Imâm Schâfi’î einen Brief aus Ägypten. Als der Imam den Brief las, weinte er. Als man ihn nach dem Grund fragte, sagte er, dass Imâm Schâfi’î im Traum den Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, gesehen habe und dieser ihm gesagt habe:

„Schreibe einen Brief an Abû Abdullah Ahmad ibn Hanbal, worin du ihn von mir grüßt, und sage ihm, dass man ihn fragen wird, ob der edle Koran erschaffen ist oder nicht. Er soll nicht darauf antworten.“

Bei seinem Totengebet waren 800 Tausend Männer und 60 Tausend Frauen anwesend.

Am Tage seines Todes wurden 20 Tausend Juden, Christen und Zoroastrier zu Muslimen.

Diese vier Imame der Ahlus-Sunna sind die besten des in einem ehrwürdigen Hadith gepriesenen zweiten Jahrhunderts.

Alle vier sind in die Bedeutung des Koranverses eingeschlossen:

„Und Allah ist mit denen, die ihnen [also den edlen Gefährten] im Ihsân folgen, zufrieden.“

Wenn jemand nicht diesen Großen folgt, sondern jemandem, der sich zu einer sehr niederträchtigen Zeit …

Vollkommene Wegweiser

Auch Murschid (Wegweiser) Kâmil (Vollkommene) genannt, die wahres Wissen anbieten.

Ebenso sind Imam Hanefi, Imam Malik, Imam Schafi und Imam Hanbeli Murschid Kamil.

Der allererste Murschid Kamil im Islam war unser Prophet Friede Sei mit ihm.

Sein Name ist Alī ibn Ismāʿīl und er ist ein Nachkomme von Abū Mūsā al-Aschʿarī.

Er ist der Imâm der aschʿaritischen Schule, die eine der beiden Schulen der Glaubensrichtung der Ahlus-Sunna ist.

Er wurde im Jahre 260 [873 n. Chr.] in Basra geboren und verstarb 324 [936 n. Chr.] in Bagdad.

Auch wenn er bei seinem Stiefvater Abū Dschibāʾī studierte und wie er ein Gelehrter der Muʿtazila wurde, zeigte er später Reue.

Zahlreiche Gelehrte wie Abū Bakr al-Bāqillānī, Ibn Fūrak [Muhammad ibn Hasan], Abū Ishāq al-Isfarāʾīnī, Abū Ishāq asch-Schīrāzī [Ibrāhīm ibn Alī], Imām al-Ghazālī, Abul-Fath asch-Schihristānī [Muhammad ibn Abdulkarīm, Autor des Buches Milal wan-Nihal] und Fakhruddīn ar-Rāzī waren Aschʿariten.

Seine Schule verbreitete sich überall auf der Welt. Er verfasste etwa 55 Bücher. Sein Tafsir umfasst 70 Bände.

Er verfasste Werke gegen die Muʿtazila, Charidschiten und die Schiiten.

Muhammad ibn Mahmūd al-Māturīdī ist der erste von zwei Imāmen der Glaubensrichtung der Ahlus-Sunna.

Er verteidigte die Ahlus-Sunna hervorragend gegen die Muʿtazila.

Er lebte in Transoxanien und verstarb im Jahre 333 [944 n. Chr.] in Samarkand.

Er schrieb viele Bücher zur Glaubenslehre. Möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Sein Name ist Ahmad. Er ist der größte Gelehrte, der in Indien hervorkam. Er war der Ranghöchste der Gelehrten, das Oberhaupt jener, die das Ziel erreichten, die Manifestation der außergewöhnlichen Dinge und Wundertaten, die Bündelung unendlicher Ränge und der Vorreiter der Wahrhaftigen. Er ist der 28. Enkel vom ehrwürdigen Umar. Er wurde im Jahre 971 [1563 n. Chr.] am Aschūra-Tag in der Stadt Sirhind geboren.

Der größte Beweis für seinen hohen Rang ist sein Buch Maktūbāt. Muhammad Bāqir Lāhurī, einer der Schüler von Muhammad Maʿsūm, bereitete eine gekürzte Version des Maktūbāt in persischer Sprache vor und nannte sie Kanz al-hidāyāt. Diese Version umfasst 120 Seiten und wurde 1376 [1957 n. Chr.] in Lahore gedruckt. Die türkische Übersetzung des ersten Bandes des Maktūbāt wurde 1402 [1982 n. Chr.] in Istanbul unter dem Titel Mektûbât Tercemesi gedruckt.

Er hatte alle Perfektionen der großen Gelehrten der Mudschaddidiyya, Qādiriyya, Suhrawardiyya, Kubrawiyya und Tschischtiyya inne. Seine Wundertaten und seine Biografie sind im auf Persisch verfassten Hadarāt al-quds von Badruddīn as-Sirhindī, im auf Persisch verfassten Barakāt von Muhammad Hāschim al-Kischmī, in der Erläuterung zum Durar almaknūnāt (arabische Übersetzung des Maktūbāt) und im arabischen Buch Hadāiq al-wardiyya ausführlich beschrieben.

Die gesamte persische Originalversion des Maktūbāt und das Buch Barakāt wurden 1977 in Istanbul gedruckt. Khādscha Muhammad Fadlullah, möge Allah seine Seele segnen, ein Schüler von Ghulām Muhammad Maʿsūm und Enkel von Urwatul-wuthqā Muhammad Maʿsūm al-Fārūqī, beschreibt in seinem Buch Umdat al-maqāmāt ausführlich die Biografien von Imām ar-Rabbānī, seinen Lehrern und Schülern. Das Buch ist auf Persisch und wurde in Indien gedruckt. Muhammad Fadlullah verstarb 1238 [1823 n. Chr.] in Kandahar.

Das auf Türkisch verfasste Buch Hadīqat al-Awliyā von Khādschazāda Ahmad Hilmi Efendi, das 1318 in Istanbul gedruckt wurde, behandelt die Biografien und Wundertaten von Imām ar-Rabbānī und seinen Lehrern. Das Original aus dem Persischen des Maktūbāt und die arabische Übersetzung wurden beide mit dem Titel Muntakhabāt als Kurzfassung in Istanbul getrennt gedruckt.

Imām ar-Rabbānī verstarb 1034 [1624 n. Chr.] am 29. Tag des Monats Safar, einem Dienstag. Er ist im Familienfriedhof in Sirhind beigesetzt, möge Allah seine Seele segnen.

Er stammt aus Zur, einer Gemeinde in Bagdad. Er ist ein Nachkomme von Uthmān ibn ʿAffān, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Mawlānā Khālid war der größte Gelehrte seiner Zeit in vielen Disziplinen wie Fiqh, Hadith, Tafsīr, Tasawwuf, Kalām, Sarf, Nahw, Badīʿ, Maʿānī, Bayān, Balāgha, Wadʿ, Bahth, Ādāb, ʿArūd, Lugha, Mantiq, Physik, Mathematik, Geometrie und Astronomie. Er hatte das voluminöse Wörterbuch von Firuzābādī auswendig gelernt. Er war den Gelehrten von Bagdad und den Tasawwuf-Gelehrten seiner Zeit und vermutlich sogar allen Gelehrten seines Jahrhunderts voraus.

Er kannte die verborgenen Bedeutungen des edlen Korans und sein ganzes Leben war geprägt von Enthaltsamkeit und Achtsamkeit. Jeder Gelehrte, der ihn sah oder von ihm hörte, bezeugte seine Ranghöhe und Überlegenheit. Er antwortete auf jede Frage aus jeder Wissenschaft und aus jeglichen Büchern ohne zu zögern, präzise und zutiefst beeindruckend.

Sein Name wurde weit und breit bekannt. Auch wenn der Verwalter von Süleymaniye, Abdurrahmān Pascha, ihm mit Nachdruck eine Lehrstelle in einer Medresse anbot und ihm versprach, alle seine Bedürfnisse reichlich zukommen zu lassen, lehnte er ab. Er sagte demütig, ich bin dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Als sein Lehrer Sayyid Abdulkarīm Barzandschī 1203 n. H. an der Pest starb, übernahm er die Verantwortung, die Schüler seines Lehrers zu unterrichten, damit ihre Ausbildung nicht auf der Strecke blieb. Aus allen Ecken kamen Gelehrte in seinen Unterricht. Er löste jedes Problem und war ein Heilmittel für alle Sorgen.

Er selbst schrieb niemandem eine Bedeutung zu und führte Tag und Nacht gottesdienstliche Handlungen aus. Er war im Zustand der Dschadhba, weinte stets und war ein sehr nachdenklicher Mensch.

Im Jahre 1220 unternahm er die Pilgerfahrt und wurde auf dem Weg von den Gelehrten aus Damaskus mit großem Respekt empfangen. Seine Antworten, die er den Gelehrten gab, versetzten sie in tiefe Verwunderung. Aufgrund seiner Bescheidenheit erhielt er dort von Allāma Muhammad Kuzbarī die Lehrerlaubnis (Idschāza) für das Überliefern von Hadithen. Zudem holte er eine Lehrerlaubnis von Mustafā Kurdī für die Hadithwissenschaft und eine Lehrerlaubnis für den Qādirī-Orden.

Die Gedichte, die er auf dem Weg aufsagte, spiegeln seine äußerst elegante Seele wider. Wer seinen Diwan sieht, verfällt in Bewunderung.

In Medina traf er einen jemenitischen Gelehrten und bat ihn, ihm einen Rat zu geben. Er sagte Folgendes: Wenn du in Medina eine Tat siehst, die nicht mit dem Islam konform ist, dann lehne sie nicht sofort ab!

In Mekka las er an einem Freitag den Dalāil asch-scharīf mit dem Gesicht zur Kaaba. Währenddessen sah er einen schwarzbärtigen und dem Anschein nach unwissenden Mann, der mit dem Rücken zur Kaaba stand und ihn anschaute. Als er sich Folgendes dachte: Wie schamlos von ihm, der Kaaba den Rücken zu kehren, sagte dieser: Einem Gläubigen Respekt entgegenzubringen, hat Vorrang vor der Respekterweisung gegenüber der Kaaba. Aus diesem Grund habe ich mein Gesicht zu dir gerichtet. Warum denkst du schlecht über mich? Hast du den Ratschlag der Person aus Medina etwa vergessen?

Er verstand, dass dieser ein großer Gottesfreund war, bat um Entschuldigung und flehte ihn an, ihn spirituell zu führen. Der Mann sagte: Hier wirst du nicht die Reife erlangen können, und fügte hinzu, wobei er mit der Hand in Richtung Indien zeigte: Du wirst dort die Vollkommenheit erreichen.

Von der Pilgerreise kam er zurück und begann in seiner Heimat zu unterrichten. Doch er dachte Tag und Nacht an Indien. Eines Tages kam ein Schüler vom indischen Pol (Qutb) Abdullah ad-Dahlawī. Beide schlossen sich irgendwo ein und er kam nicht mehr zum Unterricht. Die Schüler wurden auf den Inder wütend.

Im Jahre 1224 [1809 n. Chr.] brachen sie beide nach Indien auf. Alle, Schüler und Gelehrte, weinten und flehten ihn an, von der Reise abzutreten, doch ihre Bemühungen waren vergeblich.

In Teheran führte er ein Streitgespräch mit dem schiitischen Gelehrten Ismāʿīl Kāschī und stellte ihn vor seinen Schülern bloß. Einst hatte er in schiitischen Tafsiren das Folgende gelesen: Im Vers ‚Allah, der Erhabene, hat dir vergeben, dass du die Gefangenen von Badr freigelassen hast‘ wird Abū Bakr getadelt.

Sodann fragte er Kāschī: Begehen Propheten Sünden? Kāschī antwortete: Nein, sie begehen keine Sünden. Dann entgegnete er: Der Vers, worin Allah sagt, dass Er ihm verziehen hat, zeigt auf, dass Propheten Sünden begehen können. Kāschī behauptete: Dieser Vers bezieht sich nicht auf den Propheten, vielmehr wird darin Abū Bakr getadelt.

Mawlānā Khālid sagte dann: Wenn dem so ist, warum verzeiht ihr dann nicht Abū Bakr, wo doch Allah, der Erhabene, sagt, dass Er ihm verziehen hat? Kāschī wurde verlegen und konnte nicht antworten.

Danach reiste er weiter über Bistam, Kharqan, Samnan und Nischapur. Mit Gedichten lobpreiste er die Gottesfreunde in den Orten, an denen er vorbeikam. In der Stadt Tus besuchte er das Grab von Imām ʿAlī Ridā und verlas eine sehr schöne Kasside, mit der er ihn lobte. Er setzte seine Reise über Dscham und Herat fort.

Als er jede einzelne Stadt verließ, begleiteten ihn die örtlichen Gelehrten und Bewohner stundenlang, die sich in ihn verliebt hatten. Mit den Antworten, die er den Gelehrten von Kandahar, Kabul und Peschawar gab, erntete er von allen Bewunderung.

Er kam in Lahore an und von dort machte er sich auf den Weg nach Delhi und erreichte die Stadt nach einem Fußmarsch von genau einem Jahr.

In dieser Stadt fuhr er mit dem Gottgedenken (Dhikr) fort, das vom ehrwürdigen Sayyid Abdullah ad-Dahlawī [1158–1240], der ein Erbe des göttlichen Wissens war und die sinnliche und spirituelle Vollkommenheit in sich vereint hatte, in sein Herz platziert wurde. Nach neunmonatigen Bestrebungen erreichte er den Seelenfrieden (Hudūr), die Stufe der spirituellen Erfahrung (Muschāhada) und erlangte zudem die Stufe der Wilāya kubrā.

Außerdem erreichte er auch die spirituelle Vollkommenheit in den Wegen der Mudschaddidiyya, Qādiriyya, Suhrawardiyya, Kubrawiyya und Tschischtiyya. Alle verborgenen Geheimnisse im gesegneten Herzen von Abdullah ad-Dahlawī wurden ihm offenbar.

Im Jahre 1226 kam er in seiner Heimat Süleymaniye an. Daraufhin ließ er sich im Haus von Abdulqādir al-Gīlānī in Bagdad nieder. Saʿīd Pascha ibn Sulaymān Pascha war der Gouverneur von Bagdad.

Mawlānā Khālid gehörte der Glaubensschule der Māturīdiyya und der schafiitischen Rechtsschule an. Er bildete sehr viele Gelehrte und Gottesfreunde aus. Man bezeugte unzählige Wundertaten (Karāmāt) bei ihm, von denen die meisten in den auf Türkisch verfassten Werken Schams asch-schumūs und Madschd-i tālid niedergeschrieben sind.

Beispielsweise war Hālat Efendi, ein Aufseher im Palast von Sultan Mahmud, ein Mawlawī. Diese Person war eifersüchtig auf Mawlānā Khālids Ruhm und Ansehen. Er verleumdete ihn vor dem Kalifen und sagte: Er hat zehntausende Anhänger und stellt eine Gefahr für das Land und das Sultanat dar. Er muss beseitigt werden. Sultan Mahmud hingegen antwortete ihm: Vonseiten der Religionsgelehrten kommt dem Reich kein Schaden zu, und maß seinen Worten keinerlei Bedeutung bei.

Als Mawlānā Khālid davon hörte, betete er für das Wohl des Kalifen und sagte: Die Angelegenheit von Hālat Efendi wurde an seinen Pīr Dschalāluddīn ar-Rūmī überführt. Er wird ihn in seine Gegenwart einladen und ihn zur Rechenschaft ziehen.

Kurze Zeit später verbannte Sultan Mahmud Han Hālat Efendi wegen seiner aktiven Rolle beim griechischen Aufstand nach Konya. Er wurde dort hingerichtet.

Mawlānā Khālid wurde 1192 in der Stadt Zur geboren und verstarb 1242 [1826 n. Chr.] in Damaskus an der Pest, möge Allah seine Seele segnen.

Sein Salawāt-Buch Dschāliyat al-akdār wird jede Woche gelesen. Es ist sehr nützlich. Aus seiner Feder stammen wertvolle Werke zur Grammatik (Nahw), Glaubenslehre (Kalām), Rechtswissenschaft (Fiqh) und zum Sufismus (Tasawwuf).

Sein auf Persisch verfasstes Buch Iʿtiqādnāma über die Glaubenssätze und seine Abhandlung zur Rābita (Herzensbindung) wurden übersetzt und gedruckt. Die deutsche, englische, französische und türkische Übersetzung des Iʿtiqādnāma wurden vom Verlag Hakîkat Kitâbevi gedruckt.

Er war ein großer Gelehrter. Seine Biografie kann auf Seite 209 nachgelesen werden. Er wurde im Jahre 1281 [1865 n. Chr.] in der Provinz Başkale (Van, Türkei) geboren und verstarb 1362 [1943 n. Chr.] in Ankara.

Zu einer Zeit, in der Kommunisten, Freimaurer, Wahhabiten, Abtrünnige, Schiiten, Juden und Christen durch Schriften, Propaganda und die Macht des Britischen Imperiums den Islam angriffen und versuchten, die muslimische Jugend vom Glauben abzubringen, bewahrte er die Ahlus-Sunna mit seinen Unterrichten, Predigten und Schriften davor, zugrunde zu gehen. Er widerlegte die Lügen, die wie Gift verbreitet wurden, mit großer Geschicklichkeit und Klarheit.

Auf diesem Wege musste Abdulhakīm Efendi, möge Allah mit ihm barmherzig sein, viele Schikanen und Folter ertragen. Sein Vater Mustafā Efendi stammte aus dem Dorf Sakitan (Yüksekova, Hakkari).

Sayyid Abdurrahmān, der Großvater von Abdulhakīm Efendis Großvater, war der Sohn von Sayyid Abdullah, der in Arvas neben Sayyid Fahīm begraben liegt. Nachdem Sayyid Abdullah verstarb, zwang seine Mutter ihn in jungen Jahren zur Heirat, um den Fortbestand der Arvasi-Familie zu sichern.

Sayyid Abdurrahmān hatte vier Söhne: Tāhir, Lutfī, Abdulhamīd und Muhammad. Sein älterer Bruder Sayyid Abdurrahīm verstarb 1200 [1786 n. Chr.]. Sein Sohn Hādschi Ibrāhīm und sein Enkel Abdulʿazīz sind im Mausoleum von Ahmad Hānī in Ost-Bayezid beigesetzt.

Abdulʿazīz Efendi hatte drei Kinder: Muhammad Amīn, Umar Efendi und Sayyidat Khadīdscha. Jedes ihrer Kinder und Enkel war ein Schatz voller religiösem und weltlichem Wissen.

Muhammad Amīn Efendi hatte vier Söhne: Abdulʿazīz, Abdulqādir, Abdulhakīm und Mahmūd Efendi. Abdulhakīm Efendis Sohn Ahmad Efendi schrieb später für die türkische Tageszeitung „Türkiye“ und verstarb 1988 in Istanbul.

Sayyid Abdurrahmān war der Murschid al-akmal seiner Zeit. Tausende Gottesliebende kamen in seine Gesellschaft und erlangten Fayd. Er schickte Briefe in ferne Länder, um guten Rat zu geben. Die persischen Briefe an Emir Scharafuddīn al-Abbāsī sind besonders wertvoll.

In einem dieser Briefe grüßt er Muhammad Karīm Khan, Mustafā Beg und Fayzullah Beg und betet für sie. Emir Scharafuddīn ergänzte später: Mawlānā sandte diesen Brief an diesen Bedürftigen im Jahre 1192. Darin schrieb er über Geduld und das Ertragen von Unheil. Einige Monate später verstarb mein Vater Abdullah Khan Beg. Hieraus lässt sich die Wundertat von Mawlānā verstehen.

Sayyid Abdurrahmān liegt in Hoşab (Van) begraben.

Sayyid Tāhir war Gouverneur von Basra.

Sayyid Lutfī Efendi hatte elf Söhne. Sein Sohn Abdulghanī Efendi hatte wiederum einen Sohn Mīr Hādsch Efendi, dessen Sohn Abdurrahmān Efendi und dessen Sohn Muhammad Saʿīd Efendi.

Der zweite Sohn von Lutfullah Efendi war Abdulghaffār Efendi, dessen Sohn Scharīf Efendi und dessen Sohn Muhammad Schafīk Efendi.

Lutfullah Efendis dritter Sohn Muhammad war der Stiefvater des ehrwürdigen Sayyid Fahīm. Dessen Sohn war Tāhir Efendi, dessen Sohn Rasūl Efendi und dessen Sohn Abdullah Efendi.

Der vierte Sohn war Rasūl Efendi. Der fünfte Sohn Sayyid Sibghatullah Efendi war Schüler von Sayyid Tāhā al-Hakkārī. Seine Nachkommen waren Dschalāluddīn, Alī und Salāhuddīn Efendi. Dessen Söhne Kāmuran Inan und Zaynalʿābidīn Inan wurden später Senator und Abgeordneter von Bitlis.

Der sechste Sohn war Dschamāluddīn Efendi. Seine Nachkommen reichten über mehrere Generationen bis zu Nūrullah Efendi.

Abdulhamīd Efendi hatte zwei Söhne, darunter Mulla Safī. Sein Enkel war ebenfalls Abdulhamīd Efendi. Sein zweiter Sohn war der ehrwürdige Sayyid Fahīm al-Arwāsī, möge seine Seele gesegnet sein.

Sayyid Muhammad hatte sieben Söhne und eine Tochter Hamīda Hanim, die Ehefrau von Hurrem Beg, einem Nachkommen von Timur Khan.

Seine Nachkommen umfassten zahlreiche Gelehrte, Rechtschaffene und Persönlichkeiten, darunter Asmā Hanim (erste Ehefrau von Abdulhakīm Efendi), Āischa Hanim (zweite Ehefrau), Āischa Hanim II. (dritte Ehefrau) und Badriya Hanim (vierte Ehefrau).

Der zweite Sohn Muhyiddīn Efendi hatte zwei Söhne und zwei Töchter. Seine Nachkommen waren unter anderem Mazhar Efendi, Muhyiddīn Efendi und Nadschmuddīn Efendi, ein Mitglied des Berufungsgerichts.

Mustafā Efendi hatte neun Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn war Sayyid Abdulhakīm Efendi, der jedoch als Letzter verstarb.

Unter seinen Nachkommen befanden sich bedeutende Persönlichkeiten wie Dschamāl Efendi, Imam der Kirazlı-Moschee, sowie Sayyid Faruk Işık, Präsident des Rechnungshofes und Senator in Van.

Die Linie setzte sich fort über Sayyid Nevzad, Sayyid Rüchan und viele weitere Nachkommen, die wichtige Rollen in Gesellschaft und Verwaltung einnahmen.

Sayyid Muhammads sechster Sohn war Husayn Efendi. Seine Nachkommen umfassten Dschalāl, Alāʾuddīn, Sayyid Ghāzī und Bahāʾuddīn.

Dschalāl Efendis Sohn Sayfuddīn Beg war der Ehemann von Ruqayya Hanim und Vater von Aydin Efendi, Dschalāl Efendi und Laylā Hanim.

Aydin Beg wurde 1983 Abgeordneter von Van für die Partei „Anavatan“. Seine Söhne Dschunayd, Malīh Rüchan, Fātih und Murād Efendi wurden behutsam erzogen.

Der siebte Sohn von Sayyid Muhammad ist Yūsuf Efendi.

Sayyid Abdulhakīm Efendi hatte drei Söhne und zwei Töchter. Enver und Schafīʿa waren die gemeinsamen Kinder mit Asmā Hanim. Schafīʿa Hanim verstarb während der Auswanderung nach Mossul als Ehefrau von Salih Beg. Enver verstarb ebenfalls während der Auswanderung, im Jahre 1336 [1918 n. Chr.] in Eskişehir.

Sein zweiter Sohn war Ahmad Makkī Üçışık Efendi, der aus arabischen und persischen Büchern und von seinem Vater tiefes religiöses Wissen erwarb. Er verstarb 1387 [1967 n. Chr.] in Istanbul und wurde auf dem Friedhof von Bağlum (Ankara) beigesetzt. Seine Fatwas waren vertrauenswürdig und er bildete viele wertvolle Gelehrte aus.

Sayyid Ahmad Makkī Efendi hatte vier Söhne – Behik, Beha, Medeni und Hikmet – sowie eine Tochter namens Zahide Hanim. Seine Enkelkinder Taha Üçışık, Fehim Efendi, Muhammed Efendi und Şefia Hanim wurden sorgfältig erzogen.

Munir Efendi, der dritte Sohn von Abdulhakīm Efendi, war viele Jahre im Veräußerungsbüro der Stadt Istanbul tätig und wurde für seine Aufrichtigkeit und seinen guten Charakter geschätzt. Er verstarb 1399 [1979 n. Chr.] und wurde ebenfalls in Bağlum beigesetzt.

Als im Jahre 1332 [1914 n. Chr.] die Armenier mithilfe britischer Waffen die Muslime angriffen, wanderte Sayyid Abdulhakīm Efendi im Monat Radschab aus Başkale aus und kam 1337 nach Istanbul. Er ließ sich zunächst bei Eyüp Sultan in der Yazılı-Medresse nieder und später in der Murteza Efendi-Moschee in Gümüşsuyu.

Er hielt Predigten in verschiedenen Moscheen und unterrichtete am Vefa-Gymnasium sowie in der Süleymaniye-Medresse neben der Sultan Selim-Moschee. So begann er, den Islam zu verbreiten und die Gegner des Glaubens zum Schweigen zu bringen.

Seine Ernennung zum ordentlichen Professor (Mudarris) an der höchsten Abteilung der Süleymaniye-Medresse erfolgte am 8. Dhul-Qaʿda 1337 (5. August 1919) durch einen Ferman, in dem es hieß:

Wildān Fāik Efendi wird Lehrer für Hadithwissenschaft; Abdulhakīm Efendi aus Hakkari wird Lehrer für Tasawwuf; und Taha Efendi wird Lehrer für schafiitische Rechtswissenschaft ernannt.
Unterzeichnet von Sultan Muhammed Vahideddin.

Dieser Ferman wurde der Zeitschrift „Ceride-i ilmiyye“, Nr. 48, Seite 1484, entnommen.

Murteza Efendi, einst leitender Buchhalter der Werft, erlangte in Mekka Fayd von Ahmad Yakdast. 1158 ließ er in Gümüşsuyu nahe dem Idris-Palast eine Moschee mit Blick auf das Meer errichten. Er verstarb 1160 und wurde an der Meeresseite innerhalb der Mauern begraben.

Der erste Imam dieser Moschee war Abdullah al-Kāschgarī, gefolgt von seinem Sohn Ubaydullah Efendi. Danach diente Īsā Efendi bis zu seinem Tod 1206. Sultan Selim ließ ihm einen Schrein errichten. Später folgte Tschalabī Ubaydullah.

Schließlich wurde Sayyid Abdulhakīm Efendi zum Imam und Prediger ernannt. Bis zu seinem Tod 1362 [1943 n. Chr.] verbreitete er in dieser und vielen weiteren Moscheen und Schulen den Islam.

Menschen aus dem ganzen Land und aus dem Ausland kamen zu ihm, um Antworten auf schwierige Fragen zu erhalten. Viele gingen bereits nach kurzer Zeit mit den Antworten, ohne ihre Fragen stellen zu müssen.

Er war mild, gütig und weitsichtig und behandelte Freund und Feind gleichermaßen mit Bescheidenheit. Jene, die mit reinem Herzen Fayd suchten, folgten den islamischen Bestimmungen; wer jedoch behauptete, Fayd erhalten zu haben, aber in Harām versunken blieb, war ein Heuchler.

Der Idris-Palast wurde von Idrīs Hakīm ibn Husāmaddīn errichtet, einem Gelehrten zur Zeit von Bayezid und Yavuz. Er spielte eine wichtige Rolle beim Sieg in der Schlacht von Tschaldiran. Er verstarb 932 und wurde nahe eines von ihm erbauten Brunnens im Bülbül-Tal begraben.

Seine Frau Zaynab Hatun ließ neben dem Palast eine Moschee errichten. Daneben befinden sich das Karyağdı-Ordenshaus, der „Niyyet“-Ziehbrunnen und der Gümüşsuyu-Brunnen. Das Ordenshaus wird auch „Çolak Hüseyn tekkesi“ genannt. Sultan Mustafa III. ließ es bauen. 1230 wurde dahinter ein Mevlevi-Ordenshaus errichtet.

Sayyid Abdulhakīm Efendi war ein tiefer Ozean im religiösen Wissen und in den feinen Erkenntnissen des Tasawwuf. Seine Werke „Rābita-i scharīfa“ und „ar-Riyād at-tasawwufiyya“ wurden gedruckt; viele Predigten und Briefe wurden 1404 [1983 n. Chr.] in fünf Bänden gesammelt.

Viele Wissenschaftler und Staatsmänner kamen zu seinen Unterrichten. Oft erhielten sie die Antworten auf ihre Fragen, bevor sie diese überhaupt stellen konnten.

Er war äußerst bescheiden und sagte nie „ich“. Er pflegte zu sagen: Wir werden nicht mit einkalkuliert. Wir können die Schriften dieser großen Gelehrten nicht verstehen. Wir lesen sie lediglich, um Segen zu erhalten.

Yusuf Ziya Akışık, einer seiner engen Vertrauten, berichtete: Im Traum küsste ich die Handinnenfläche von Abdulhakīm Efendi. Am nächsten Tag wollte ich ihm davon erzählen. Als ich mich verbeugte, um seine Hand zu küssen, drehte er sie mit der Innenfläche nach oben und sagte: „Küsse sie so, wie du letzte Nacht im Traum geküsst hast.“